DIE STIFTUNG

 

Sitz der Stiftung: Wuppertaler Straße 160 – 42653 Solingen
erreichbar über das Sekretariat des Museums Baden:
Tel.: (0212) 25 814-11  Fax: (0212) 25 814-44  E-Mail: museum@verfemte-kunst.de

Stiftungsvorstand:

Dr. Gerhard Schneider (Vorsitzender), 57462 Olpe
Tel.: (02761) 6 12 15 – E-Mail: gerhard.schneider@verfemte-kunst.de

Thomas Busch, Solingen

Dr. Dieter Fervers, Solingen

Dr. Rolf Jessewitsch, Museumsdirektor Museum Baden

Fritz-Theo Mennicken, Ltd. Ministerialrat a.D., Erkrath



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Sitz der Stiftung: Wuppertaler Straße 160 – 42653 Solingen
erreichbar über das Sekretariat des Museums Baden:
Tel.: (0212) 25 814-11  Fax: (0212) 25 814-44  E-Mail: museum@verfemte-kunst.de

Stiftungsvorstand:

Dr. Gerhard Schneider (Vorsitzender), 57462 Olpe
Tel.: (02761) 6 12 15 – E-Mail: gerhard.schneider@verfemte-kunst.de

Thomas Busch, Solingen

Dr. Dieter Fervers, Solingen

Dr. Rolf Jessewitsch, Museumsdirektor Museum Baden

Fritz-Theo Mennicken, Ltd. Ministerialrat a.D., Erkrath
 

Die „Bürgerstiftung für verfemte Künste mit der Sammlung Gerhard Schneider, Solingen“ entstand aus der Situation, dass die in ihrer Art einzigartige Kollektion vom Sammler allein in ihrem Bestand nicht oder zumindest nicht in der gebotenen Dichte zusammen gehalten werden konnte.

Der Direktor des Museums Baden (Stiftername), Dr. Rolf Jessewitsch, und der Sammler hatten sich seit ihrer ersten Zusammenarbeit bei der Ausstellung „Verfemt-Vergessen-Wiederentdeckt. Kunst expressiver Gegenständlichkeit aus der Sammlung Gerhard Schneider“ zum Jahrhundertwechsel 1999/2000 bemüht, durch privates und öffentliches Engagement die Sammlung auf Dauer in Solingen zu beheimaten. Während sich von privater Seite von Anfang an ein erhebliches, aber nicht ausreichendes Engagement abzeichnete, blieb mit Ausnahme der Förderung der beiden Katalogprojekte durch die „Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen“ (1999 und 2001) öffentliche Hilfe aus.

Trotz der Einschätzung der Sammlung in vier differenzierten und unterschiedlich akzentuierten Gutachten als einmalig im Hinblick auf ein umfassendes Verständnis des Verlaufs der deutschen Kunst-Geschichte im 20sten Jahrhundert in seiner Gesamtschau (von Prof. Dr. Heinz Spielmann, ehem. Generaldirektor der schleswig-holsteinischen Landesmuseen, jetzt „Bucerius Kunst Forum“, Hamburg; Kustos Dr. Fritz Jacobi, Neue Nationalgalerie, Berlin; Direktorin Dr. Katia Schneider und Wolfgang Büche, Staatliche Galerie Moritzburg, Halle/S.; Prof. em. Dr. Herrmann Raum, Halle, Berlin, Schwerin) drohte der Verlust der Sammlung für die Öffentlichkeit.

Nur durch neues privates Engagement konnte diese Gefahr abgewendet werden. Anlässlich ihres 70jährigen Bestehens ermöglichte es das Solinger Spezialversandhaus Walbusch als Mitinitiatorin der „Bürgerstiftung für verfemte Künste“, den wesentlichen Grundbestand der Sammlung für die Allgemeinheit zu sichern und durch zusätzliches Entgegenkommen des Sammlers das Zusammenbleiben der Sammlung vorerst für die nächsten fünf Jahre zu garantieren. Architekt dieses Modells ist der Solinger Rechtsanwalt und Steuerberater Dr. Dieter Fervers. Ihm verdankt die Stiftung auch die finanzielle Initialzündung.

Dass die Stiftung sich dauerhaft präsentieren kann, ist der Bereitschaft der Kunstmuseum Solingen BetriebsGmbH zu danken, die in einer public private partnership das Solinger (Kunst)Museum Baden unterhält. Sie stellt der Stiftung das Obergeschoss des Museums zur Verfügung. Dies gilt lt. Stiftungsvertrag mindestens solange, bis durch einen Erweiterungsbau das heutige Museum möglichst zu einem „Zentrum der verfemten Künste“ umgestaltet werden kann. Der Oberbürgermeister der Stadt Solingen hat in einem Fernsehinterview vom 5.11.2003 das entsprechende Grundstück in Aussicht gestellt.

In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass zwischen der Direktion des Museums Baden und dem Sammler seit Jahren kooperative Aktivitäten mit der Else Lasker-Schüler-Gesellschaft, (ELSG) Wuppertal, bestehen. Die ELSG fühlt sich in ihrer Zielsetzung nicht nur dem Lebenswerk der Doppelbegabung Else Lasker-Schülers (Dichterin und Malerin, von vielen als größte deutsche Lyrikerin des 20. Jahrhunderts angesehen) verpflichtet, sondern entsprechend ihrem Schicksal – sie floh nach Israel und starb 1945 in Jerusalem - all jenen literarisch Schaffenden, die im Zuge der „Arisierung“ deutscher Literatur aufgrund ihres freien und kritischen Geistes oder auch (nur) ihrer Geburt wegen geschmäht, zum überwiegenden Teil in die Emigration getrieben wurden oder in den schlimmsten Fällen in der Verfolgung umkamen.
Siehe dazu:
www.else-lasker-schueler-gesellschaft.de und www.exil-archiv.de.
Letztere Homepage bietet ihnen ein
Virtuelles Zentrum der verfolgten Künste.

Selbst wem die Bücherverbrennung der Nazis am 10. Mai 1933 bekannt ist und wer die Aktionen zur „Entarteten Kunst“ mit ihrer zentralen Diffamierungsschau in München, 1937, kennt, hat häufig von der entsprechenden Veranstaltung „Entartete Musik“, 1938 in Düsseldorf, noch nicht gehört. Hier ging es sowohl um die Diffamierung damals zeitgenössischer, der Moderne verpflichteten Komponisten im klassischen Sinne als auch um den Bereich der in Mode kommenden Unterhaltungsmusik, speziell des Jazz. Das Plakat allein gibt Aufschluss darüber, dass Jazz im Sinne der Nazis als Musik von „Untermenschen“ anzusehen war. Entsprechend der Stiftungsidee, ein Forum für die Aufarbeitung jeglicher Kunst zu schaffen, die einer Verfemung ausgesetzt war, wird folgerichtig auch dieser Bereich in einem zentralen Forschungszentrum aus musikwissenschaftlicher Sicht auf Dauer eine entsprechende Rolle spielen müssen.

Die Bürgerstiftung für verfemte Künste legt zwar den Grundstein mit Werken der bildenden Kunst, weil sie in der Öffentlichkeit am augenfälligsten und in mancher Hinsicht auch am nachhaltigsten Diffamierungen ausgesetzt war, verliert darüber aber nicht den Blick auf weitere Bereiche von Verfemungen. Schließlich sucht sie die Zusammenarbeit mit jenen Institutionen, die in ähnlicher Weise auf das gleiche Ziel der Aufarbeitung und Erinnerung ausgerichtet sind.